Flugsportverein "Otto Lilienthal" richtete traditionelles Neujahrsfliegen aus

Jonathan Korn und Kai Schirrmacher stießen schon als Kinder zum Flugsportverein "Otto Lilienthal". Ein Leben ohne ihr Hobby können sie sich nicht mehr vorstellen. Foto: Britt Mandler
Jonathan Korn und Kai Schirrmacher stießen schon als Kinder zum Flugsportverein "Otto Lilienthal". Ein Leben ohne ihr Hobby können sie sich nicht mehr vorstellen. Foto: Britt Mandler

Nieselregen durchweicht den Rasen auf dem Fliegerhorst. Normalerweise würde der Trainingsplatz des Flugsportvereins "Otto Lilienthal" bei einem solchen Wetter verlassen daliegen.

Bad Langensalza. Gestern jedoch stehen die Flugsportler dicht gedrängt in ihrem Unterstand. Hin und wieder greift ein Wagemutiger beherzt zu einem Flugzeugmodell, geht auf den Platz und lässt die kleinen Motor- oder Segelflieger starten. Meist landen sie nach wenigen Minuten wieder. Dort draußen ist es zu ungemütlich, um lange zu verweilen.

Unter dem Vordach jedoch hält man es gut aus. Ein Lagerfeuer und Glühwein spenden Wärme. "Wir laden schon seit mindestens zehn Jahren zum Neujahrsfliegen ein", verrät Andreas Kästner. Doch auch vor der Wende habe es solche Treffen immer mal wieder gegeben. "Nur kamen damals keine auswärtigen Gäste."

Der Jahresauftakt ist vor allem dazu gedacht, in gemütlicher Runde die Pläne für das bevorstehende Jahr zu besprechen. Davon haben die knapp 100 Mitglieder wieder etliche. So soll voraussichtlich am 9. Juni die Deutsche Jugendmeisterschaft ausgerichtet werden. Diesen Wettkampf will der Verein mit einem Tag der offenen Tür verbinden. Auch die Deutsche Meisterschaft im Air Racing soll auf dem Fliegerhorst in Bad Langensalza stattfinden.

"Natürlich finden auch wieder unsere Traditionsfeste statt", verspricht Kästner. Am Himmelfahrtstag, der diesmal auf den 17. Mai fällt, wird der Fliegerhorst wieder einer Pilgerstätte gleichen. Am 8. September wird zum Oldtimertreffen eingeladen, am 3. Oktober findet das Vereinsfest statt.

All diese Veranstaltungen sind öffentlich, betont Kästner. Auf solchen Festen hat der Verein schon so manches neue Mitglied gewonnen, das sich erst für den Modellbau interessierte, später aber auch manntragende Flüge absolvierte.

Jonathan Korn ist so ein Flugsportler. Vor sechs Jahre, als Kind, stieß er zum Verein, lernte von der Pike auf, wie man Modelle baut, auf was man achten muss, wenn sie das erste Mal in die Luft starten. Dann nahm er Flugstunden, um 2011 einen wahren Höhepunkt zu erleben: Zum ersten Mal durfte der Jugendliche einen Alleinflug absolvieren. Dass es nicht sein letzter gewesen ist, sieht man dem Flugsportler an. Er liebt sein Hobby und kann sich gut vorstellen, später beruflich etwas mit Flugzeugen zu machen. "Profimodellflieger", frotzelte sein Vater. Jonathan quittiert diesen Spruch nur mit einem Lachen. Das sei natürlich nicht sein Ziel. Luftfahrttechnik interessiere ihn aber brennend, und Jobs in dieser Branche gibt es auch in Thüringen.

 

Britt Mandler / 02.01.12 / TA